Du läufst die Straße entlang, und die Blicke, die dich treffen, packen dich in Schubladen. Du bist „Frau“, du bist „Mann“, du bist „Deutsch“, du bist „Ausländer“, du bist „schwul“, du bist „lesbisch“, du bist „heterosexuell“, du bist „normal“.

Diese Kategorisierungen erfolgen bei zwischenmenschlichen Interaktionen bewusst und unbewusst. Damit einher gehen Erwartungen an und Vorstellungen von den Rollen, die dir zugewiesen werden.
Die Reaktionen auf eine entsprechende Einordnung können eine ganze Bandbreite ab-decken, von freundlichem Verhalten, über Ignorieren, bis hin zu Beschimpfungen, zu An- und Übergriffen.

Aus diesen Einordnungen folgen immer auch Macht- und Hierarchieverhältnisse. Dabei genießen diejenigen, die dem Bild der heterosexuellen, weißen Männlichkeit entsprechen, weitgehende Privilegien. Diese Verhältnisse produzieren Benachteiligungen und massive Ausschlüsse von allen, die nicht in dieses Bild passen.

Wir sind alle mit diesen Verhältnissen wie Sexismen und Rassismen tagtäglich konfrontiert und reproduzieren diese auch selbst. Sie sind Teil unserer Persönlichkeiten geworden, so dass wir uns selbst und andere kategorisieren und uns dementsprechend verhalten. Der Bruch mit der zugeschriebenen Rolle bedeutet viel zu oft, dass wir Angriffen und Gefahren ausgesetzt sind. Um uns „sicherer zu fühlen“ gehen wir dann zum Beispiel mit Kleidungsstück B anstatt Kleidungsstück A aus dem Haus und planen den längeren Heimweg um bestimmte Orte umgehen zu können. Wir überlegen dreimal, ob es jetzt „sicher“ ist, die Hand eines geliebten Menschen zu halten.
Dies alles sind Prozesse, die unseren Alltag mal mehr mal weniger bewusst strukturieren.

Wir haben diese Verhältnisse satt, wollen aus ihnen ausbrechen, sie überwinden.

Lasst uns aus der Reihe tanzen und Räume und Möglichkeiten jenseits dieser Verhältnisse schaffen.
Mit der antikapitalistischen Abenddemo am 30.4. nehmen wir uns den Raum dazu.

Bildet Banden! Tanzt aus der Reihe!